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Alles über Hanf und Recht - Zur Rechtshilfebroschüre Shit happens
19.08.2000FAQ hanfarchivmMein Urin wird auf Drogen getestet. Was soll ich tun?

Mein Urin wird getestet. Was soll ich tun?

Ronald Rippchen handelt dieses Thema in seinem Buch "Mein Urin gehört mir" ab. Es sollte beim Nachtschatten-Verlag in Solothurn erhältlich sein, vielleicht sogar online.

Auf alle Fälle kannst Du Dich beim Nachtschatten-Verlag genauer über weitere Literatur zu diesem Thema informieren. Sollte das Buch beim Verlag vergriffen sein, wirst Du es sicherlich noch in vielen Schweizer Hanfläden finden.

Telefonische Beratung zu Hanf und Recht, auch zum Thema Hanf im Urin, bietet das unabhängige Hanf-o-fon jeden Freitag ab 14 Uhr unter der Nummer 01 272 10 77. Der Betreiber des Hanf-o-fons schreibt zu diesem Thema in der Rechtshilfebroschüre "Shit happens... but it's better to smoke it!":

Urinproben werden immer beliebter. Arbeitgebende setzen sie zur Disziplinierung der Lehrlinge und der übrigen Belegschaft ein, Strassenverkehrsämter wollen auch im Urin schnüffeln, in (vor allem Privat-) Schulen sind solche Tests zur Routine geworden.

Einige Betroffene verweigern die Tests – sie finden, ihr Urin gehe niemanden etwas an. Diese Haltung sollte sich durchsetzen: Die Kontrolle der Menschen darf nicht zur lückenlosen Überwachung führen. Dagegen muss jeder und jede entschieden ankämpfen. Allerdings sind die Nachteile des Kämpfens auch klar: Sanktionen sind fast unvermeidlich, genau wie bei einem positiven Urintest (Du wirst zum Beispiel nicht angestellt oder fliegst aus der Schule).

Urintests können jedoch nicht beweisen, dass jemand bekifft ist. Urintests weisen lediglich Abbauprodukte von THC im Urin nach. Wann der eigentliche Konsum stattgefunden hat, kann damit nicht herausgefunden werden. Auch wieviel jemand gekifft hat, ist nicht ablesbar. Es geht sogar noch weiter: Auch Hanfbier oder Hanf-Speiseöl kann zu positiven Urinproben führen (es hat auch in diesen Produkten Spuren von THC, die die sehr empfindlichen Test dann aufspüren), genauso wie der Konsum von Hustensirup oder auch Mohnbrötchen zu positiven Opiatresultaten führen kann.

Die Tests sind also nicht von durchschlagender Beweiskraft, auch wenn sie immer genauer werden und statt «THC-positv: ja/nein» auch vermehrt die Menge des gefundenen THC-Abbauproduktes messen können (das lässt zum Teil den Schluss zu, ob jemand sehr viel oder sehr wenig THC aufgenommen hat).

Neben dem Arbeitgeber interessiert sich auch das Strassenverkehrsamt für möglichen Drogenkonsum. Bei Konsum von harten Drogen wird der Fahrausweis generell eingezogen, Fahrausweise für Taxi oder LKW werden auch bei blossem Hanfkonsum generell entzogen, der normale PW-Ausweis sollte normalerweise nicht eingezogen werden. Diese Praxis ist aber nirgends schriftlich festgehalten – es können sich durchaus Unterschiede zwischen den kantonalen Strassenverkehrsämtern ergeben. Allerdings ist auch das Bundesgericht der Meinung, dass gelegentlicher Hanfkonsum für sich allein noch keinen Ausweisentzug rechtfertigt.

Generell sollte die Bewertung eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin nicht vom Zustand seines/ihres Urins (oder auch anderer Körpersäfte) abhängig gemacht werden, sondern von seiner/ihrer konkreten Leistung am Arbeitsplatz. Genau gleich sollte nicht der Urinzustand über den Fahrausweisentzug entscheiden, sondern die konkrete Fahrtauglichkeit oder Fahruntauglichkeit. (Dies sollte auch für Medikamente und Alkohol gelten und auch für einen «drogenfreien» Menschen). Aber der Glaube an Tests ist halt sehr weit verbreitet. Für die Zukunft lässt sich ein Ansteigen dieser Problematik voraussagen. Am besten ist’s wohl auf den Urintest zu scheissen, auch wenn damit gewisse Jobs nicht mehr möglich sind.

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Bereich: DrogentestsSponsor: hanfarchivbearbeitet von: hanfarchiv